Interview mit Mimoun Azaouagh
(TheAtlasLions.com/14 June 2004) Interview mit Mimoun Azaouagh, Mainz 05
1. Wer ist Mimoun Azaouagh? Stellen Sie sich bitte vor
Ich bin 21 Jahre alt, geboren am 17. November 1982 in Benisidel in Marokko, und stamme aus einer achtköpfigen Familie. Wir sind drei Jungs und drei Mädels, ich bin der zweitälteste. Ich bin im Alter von zwei Monaten nach Deutschland gekommen und in Frankfurt aufgewachsen. Mein Vater arbeitet dort in der Verwaltung der Firma Veba-Öl.
2. Was sind Ihre Hobbys?
Außer Fußball spiele ich gerne Tennis und bin gerne mit meinen Freunden unterwegs.
3. Wie fühlen Sie sich bei Mainz 05?
Ich fühle mich sehr wohl hier. Mainz 05 hat es mir ermöglicht Fußballprofi zu werden. Der Aufstieg in die Bundesliga ist für uns ein sehr großer Erfolg. Ich werde jetzt auch von Frankfurt nach Mainz umziehen, hier fühle ich mich zu Hause.
4. Haben Sie Angebote anderer Vereine für die nächste Saison erhalten?
Durch den Aufstieg ist natürlich jeder Spieler von Mainz 05 auch für andere Vereine interessant geworden. Ich mache mir über andere Vereine überhaupt keine Gedanken. Ich habe noch Vertrag und fühle mich wohl in Mainz.
5. Wie beurteilen Sie das Abschneiden der marokkanischen Nationalmannschaft beim Afrika Cup 2004?
Das kam für mich sehr überraschend. Ich habe das Finale im Fernsehen verfolgt. Für mich war das Abschneiden ein gutes Zeichen, dass Marokko für die Weltmeisterschaft 2006 über eine sehr gute Mannschaft verfügt und vor allem über junge Spieler, die noch etwas erreichen wollen.
6. Welche sind die Gründe für Ihre Entscheidung für die deutsche und gegen die marokkanische Nationalmannschaft?
Die deutsche U21 hat zuerst angefragt. Damals hatten wir die Chance uns für die Europameisterschaft im eigenen Land zu qualifizieren, das war für jeden Spieler ein Riesenerlebnis. Außerdem hatten wir die Chance uns für die Olympischen Spiele von Athen zu qualifizieren, auch wenn wir das leider verpasst haben.
7. Können Sie sich vorstellen in Zukunft für die marokkanische Nationalmannschaft zu spielen?
Ich konzentriere mich jetzt erst einmal ganz auf die nächste Saison bei Mainz 05. Was später passiert kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Rechtlich wäre das wohl möglich, doch das ist noch zu weit weg. Ausschließen will ich aber nichts, man weiß nie, was passiert.
8. Wer ist der bisher beste Spieler mit dem Sie gespielt haben? Und welches war Ihr bester Gegner?
Mein bester Mitspieler war Angreifer Michael Thurk, der uns nun in die Bundesliga geschossen hat. Zwischen uns gab es ein blindes Verständnis. Der beste Gegenspieler kommt auch aus meiner Mannschaft. Es ist unser Verteidiger Mathias Abel. Er weiß genau, wie ich spiele.
9. Was sind Ihre Stärken und Schwächen als Fußballer?
Meine Stärken sind meine Technik, die Ballfertigkeit und der Spielwitz. Zulegen muss ich noch ein wenig körperlich, außerdem muss ich noch häufiger den Torabschluss suchen.
10. Haben Sie Kontakt mit anderen marokkanischen Fußballprofis in Deutschland?
Ja, mit Abdelaziz Ahanfouf, seit er in Mainz gespielt hat, mit Youssef Mokhtari, weil er aus der gleichen Region stammt, und mit Nasir El Kasmi, der nun beim MSV Duisburg spielt und den ich aber noch aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusen kenne.
11. Besuchen Sie oft Marokko? Wie fühlen Sie sich dort?
Ich war leider seit acht Jahren nicht mehr in Marokko. Der Fußball hat meistens verhindert, dass ich dorthin konnte. Aber ich habe mich immer sehr wohl dort gefühlt, weil ich in Marokko eine sehr große Familie habe.
12. Ein letztes Wort für die Fans unserer Webseite
Ich hoffe, wir sehen uns, wenn die marokkanische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Deutschland spielt.
